Hand aufs Herz, wer von euch wechselt nach jeder Insulininjektion die Insulinpen-Nadel? Sicherlich die wenigsten unter uns, oder gehört ihr zu den 20 % der Menschen mit Diabetes in Deutschland, die ihre Nadel vor jeder Injektion wechseln? Ich gebe es zu, ich mache das selbst auch nicht.
Diese Empfehlung wird in Deutschland auch immer noch ungenügend umgesetzt. Im Schnitt werden in Deutschland Insulinpen-Nadeln etwa 5 Mal verwendet, bevor sie ersetzt werden. Wir sind Nadelwechselmuffel! In Frankreich geht man hingegen mit gutem Beispiel voran: 86 % der französischen Anwender wechseln ihre Insulinpen-Nadel vor jeder Anwendung.
Nadelwechsel.de – eine Initiative für den sicheren Umgang mit Insulinpen-Nadeln
Deshalb engagieren sich unter der Devise „Das bin ich mir wert. Immer.“ der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD), der BVMed – Bundesverband Medizintechnologie e.V. sowie die beiden Unternehmen Becton Dickinson GmbH und Ypsomed GmbH in der Initiative www.nadelwechsel.de .
Warum wechselst du die Insulinpen-Nadel nicht vor jeder Injektion?
Die Initiative Nadelwechsel.de hat mich darüber nachdenken lassen, warum ich eigentlich die Nadel nicht jedes Mal wechsele. Ist es Bequemlichkeit, Vergesslichkeit oder falsch verstandene Sparsamkeit? Oft ist es bei mir wohl der hektische Alltag, aber auch die falsch verstande Sparsamkeit. Und bei euch?
Problematik bei Mehrfachverwendung der Insulinpen-Nadel
Die Kampagne weist auf die Problematik der Mehrfachverwendung von Pennadeln hin, um damit mögliche Folgeerscheinungen zu minimieren. Das hat mich dazu bewegt, mir auch im hektischen Alltag die Zeit zu nehmen jedes Mal die Nadel zu wechseln. Zumindest 1-2 Mal öfter ;). Hauptsächlich nutze ich eh meine Insulinpumpe, aber Korrektur spritze ich dann meistens mit dem Pen.
Eigentlich sollte eine konsequente Einmalverwendung von Insulinpen-Nadeln selbstverständlich sein. Denn
damit können wir das Risiko von Hautveränderungen an den Injektionsstellen und das Infektionsrisiko (durch verschmutzte Nadeln) vermindern,
die Blutzuckereinstellung verbessern, weil Fehldosierungen aufgrund verstopfter Nadeln vermieden werden.
Die Insulininjektion ist viel hygienischer und
sanfter als mit einer mehrfach verwendetetn stumpfen Nadel.
Durch die Einmalverwendung können Kosten für das gesamte Gesundheitssystem durch weniger Folgekrankheiten gespart werden.
Na wenn uns das mal nicht motiviert die Pennadel häufiger zu wechseln?! Mehr Informationen zur Initiative „Nadelwechsel.de“ findet ihr hier: www.nadelwechsel.de
Wir waren auf der 12. International Conference on Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (#ATTD2019) unterwegs, die vom 20.-23- Februar in Berlin stattfand. Im Vorfeld überlegen wir uns für solche Events/Kongresse/Konferenzen gezielt Fragen, die wir von den Herstellern beantwortet wissen möchten und schauen, welche Vorträge für uns besonders interessant sein könnten. Die ATTD 2019 war ziemlich überschaubar, was die Veranstaltung aber nun wirklich nicht uninteressanter machte…
Neuigkeiten von der 12. ATTD 2019 in Berlin
Wir haben natürlich wieder viele Neuigkeiten aus Berlin für euch mitgebracht und fassen sie hier gerne für euch zusammen:
1. t:slim von Tandem
t:slim von Tandem funktioniert in Kombi mit Dexcom. Das ist bekannt. Der Hersteller teilte uns mit, dass es nicht unwahrscheinlich sei, dass die t:slim Insulinpumpe schon 2019 auf dem deutschen Markt erhältlich sein wird. Tandem führt nach eigener Aussage entsprechende Verhandlungen mit potenziellen Vertriebspartnern. Die t:slim wird voraussichtlich die erste offizielle iPump werden. Abwarten ;). iPumps sind Insulinpumpen, die dazu gedacht sind, mit anderen Geräten zu kommunizieren, die eine neue Gerätekategorie nach FDA bilden. Sie sind somit quasi mögliche Module für die kommenden kommerziellen/offiziellen Loop-Systeme.
2. Omnipod Dash von Insulet Corporation
UPDATE 1. September 2020: Das Omnipod DASH™ System ist ab dem 1. Oktober 2020 in Deutschland erhältlich: Omnipod DASH™ System
Omnipod Dashvon Insulet Corporation wird Omnipod, wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bald ablösen. Insulet Corp. weiß nicht genau, bzw. konnte nicht sagen, wann das System in Deutschland erhältlich sein wird. Wir haben den PDM genauer unter die Lupe genommen. Er ist kein Vergleich zum Vorgänger, sondern deutlich schicker, handlicher und kompakter, funktioniert via TouchScreen und macht Spaß in der Bedienung. Am Pod selbst hat sich nichts verändert. Omnipod Dash bietet Bluetooth in beide Richtungen und hat etwas mehr Bedienmöglichkeiten als bisher.
Omnipod Dash
3. Ypsomed: YpsoPump und mylife Unio Neva
Ypsomed präsentiert das Blutzuckermessgerät mylife Unio Neva in Kombination mit der mylife YpsoPump Insulinpumpe. Beide Geräte sind mit Bluetooth ausgestattet. So können Daten drahtlos an die mylife App und die mylife Software übertragen werden. Die Blutzucker- und Pumpendaten können damit in einer Therapiemanagement-Lösung kombiniert werden. In der mylife Cloud lassen sich die Therapiedaten der verschiedenen Systemkomponenten speichern. Unabhängig von verschiedenen Endgeräten kann man darauf zugreifen. Über die Möglichkeit der Integration eines CGM-Systems schweigt man sich noch etwas aus. Aber wer weiß, wer weiß…
4. DexcomG6 von Dexcom
DexcomG6 von Dexcom sieht nun Bedienung mittels Siri vor.
5. FreeStyle Libre 2 von Abott
FreeStyle Libre 2 von Abott ist ab sofort auch ohne Rezept käuflich zu erwerben.
6. eMosquito
eMosquito präsentiert eine seltsame Idee: Blutzuckermessungen über den Schuh vorzunehmen, um die Finger zu schonen ;). Quasi eine integrierte Stechhilfe, die samt Testsystem im Schuh eingebaut ist. Überzeugt euch selbst… Oder auch nicht ;), uns hat es zum Schmunzeln gebracht: eMosquito
7. Cellnovo von Cellnovo Group
Cellnovo von Cellnovo Grouphat unsere Neugierde geweckt, weil sie einen Bewegungstracker in die Insulinpumpe eingebaut haben. Eine sinnvolle Idee. Außerdem funktioniert die Patch-Pumpe mit aufladbaren Batterien für Patch-Behälter und PDM.
8. Solo Patch Pump Roche
Solo Patch Pump von Rocheüberzeugt mit Bolus am Patch-Behälter. Im Großen und Ganzen eine interessante Insulinpumpe. Nur leider ist sie nicht wasserfest (Grund dafür sind wohl die Batterien und deren Entsorgungsbedingungen).
9. Smarte Insulinpens
Auch die Smart Pens sind im Kommen. Beim NovoPen 5 von NovoNordisk etwa, zeigt ein Display die zuletzt injizierten Einheiten an. Soweit so gut. Nun geht es darum etwa via DiaSend, die Insulinpens auszulesen und diese Daten mit den Blutzuckerwerten zusammenzutragen. Dazu wird Novo Nordisk’s NovoPen 6 und NovoPen Echo Plus benötigt. Wir sind gespannt, wann er bei uns erhältlich sein wird.
10. ConvaTec
ConvaTec war auch vor Ort. Sie versorgen viele weltweit führende Insulinpumpen-Unternehmen mit Infusionssets. Am Stand präsentierte man uns viele interessante neue Ideen, auch zum „Einsetzen/Einklicken“ für Patch-Pumpen.
11. Amadeus von WELLION…
Amadeus von Wellion ist eine Insulinpumpe, von der wir tatsächlich noch nichts gehört hatten. Sie begegenete uns erstmalig. Leider konnten wir auch auf der ATTD nicht viel über diese Insulinpumpe in Erfahrung bringen. Falls ihr mehr wisst, ergänzt es gerne unten in den Kommentaren.
12. Diabeloop
Spannend bleibt es auch um Kaleido, in Kombination mit Dexcom G6 und der kommerziellen Loop-Lösung Diabeloop. Kaleido ist eine Mischung aus Patch- und Schlauchpumpe, die Infusionssets sind frei wählbar. Manko: Der Insulinbehälter ist nicht transparent, ich kann wie bei jeder anderen Patch-Pumpe nicht sehen, ob Luftblasen im „Reservoir“ sind.
Wie ihr seht, lohnt es sich immer, Diabetes-Kongresse/Messen/Konferenzen zu besuchen. Vor Ort kann man gezielt seine Fragen loswerden, Workshops/Vorträge besuchen und jede Menge Gleichgesinnte treffen und sich mit ihnen austauschen. Es ist und bleibt definitiv sehr spannend auf dem Diabetes-Markt, denn es tut sich wirklich sehr viel.
Noch zur Info für euch: Die 13. International Conference on Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD) wird vom 19.-22- Februar in Madrid stattfinden.
Ulrike Thurm auf Reisen, sie berichtet heute hier über ihren Urlaub – die schönste Zeit des Jahres und warum die Frio Kühltasche nicht fehlen durfte. Na dann erzähl mal, Ulrike: Dieses Jahr sollte es aus sehr speziellem Anlass mal was ganz Besonderes werden, vom deutschen Winter ab in den australischen Hochsommer. Klingt verlockend, aber für einen Typ 1 Diabetiker gilt es da im Vorfeld noch etwas detaillierter zu planen und zu organisieren. Ich habe also, wie empfohlen 😉, meinen ganzen Diabeteskrempel schon zwei Wochen im Vorfeld gepackt, denn dies sollte mein erster langer Urlaub, mit mehrfachem Wechsel der Zeitzonen werden. Diabetesutensilien wie Kathetermaterialien, Reservoire, CGM – Sensoren, Pflaster, zusätzliche Fixierung für die Hitze und die Feuchtigkeit, Insulin und mehrere Frio Kühltaschen wollten mit. Bloß nichts vergessen.
Ulrike auf Reisen: Die Zeitverschiebung
Nun, wie gehe ich vor bei einer Zeitverschiebung – die üblichen Tipps, die wir Autoren selbst auch in der CGM- und Pumpenfibel vorschlagen, etwa für den Urlaub eine konstante Basalrate einzuprogrammieren, die dann belastungsbezogen angepasst wird, funktionieren sehr gut.
Obwohl wir in wenigen Tagen mehrfach die Zeitzonen gewechselt haben, angefangen mit Hongkong (+ 7 Stunden), dann weiter nach Sydney (+ 10 Stunden), dann wieder nach Cairns (+ 9 Stunden) und zum Schluss nach Bangkok (+ 6 Stunden), hatte ich durchgehend sehr gute Blutzuckerwerte.
Urlaubs-Basalraten- und Sport-Basalratenprofile haben sich bewährt
An wirklich sehr bewegten Tagen mit teilweise mehr als 42.000 Schritten hat sich das dafür um 30 – 50% reduzierte Urlaubs-Basalratenprofil wunderbar bewährt. Selbst das morgendliche Joggen vor dem Frühstück zu einer sonst für mich völlig untypischen Uhrzeit verlief problemlos. (Als bekennende Nachteule pflege ich sonst NICHT morgens um 06.00 Uhr schon irgendwie aktiv zu sein, geschweige denn joggend ;)).
Das „Morgenstund hat Gold im Mund (geklaut von Steff Bockus😉) – Basalratenprofil hatte ich Abend zuvor „scharf geschaltet“. Es berücksichtigt eine Absenkung der Basalrate um 50 Prozent zwei Stunden vor Laufbeginn.
Also Bewegung, Sport und Zeitverschiebung hatte ich problemlos gemeistert, dann konnte ich mich nun den klimatischen Herausforderungen stellen.
Bei der Hitze habe ich auch dafür gesorgt, dass das Insulin nicht zu lange in der Pumpe verweilt, das heißt, ich habe das Reservoir und Schlauchsystem alle 2 -3 Tage erneuert und deshalb immer nur 80 – 100 Einheiten aufgezogen, damit komme ich locker 3 Tage aus.
Ankunft im Pizzofen: Härtetest bei 47 Grad!!!
Aber der echte Härtetest stand uns ja noch bevor, das Outback, also die Gegend um den Uluru (früher Ayers Rock), dort hatten wir eine dreistündige Wanderung am Rim des Kings Canyon gebucht, aktuell wurde Australien von einer der heftigsten Hitzewellen heimgesucht und bei unserer Ankunft im „Pizzaofen“ lagen die Temperaturen bei 47 Grad – das sind 10 Grad über der Körpertemperatur und 7 Grad über der Denaturierung des Insulins. Puh, das war ein echter Glutofen. In den Tropen war ich es gewöhnt, dass wir einfach auch schon durch die Anstrengungen des Ein- und Ausatmens völlig nassgeschwitzt waren, besser gesagt, wir waren nass, ob das nun bei 39 Grad vom Schweiß oder der permanent hohen Luftfeuchtigkeit kam, konnten wir nicht auseinanderhalten, war ja auch egal, wo es herkam, es war halt dauerhaft feucht klamm. Jetzt war es Glutofen trocken. Man schwitzt nicht, jegliche Feuchtigkeit verdampft quasi sofort, man merkt es abends an einer feinen Salzschicht auf der Haut.
Als wir uns abends um 21.00 Uhr den Sonnenuntergang am Uluru angeschaut haben, blies uns ein 42 Grad warmer Wind ins Gesicht, hat sich angefühlt, als würde einem ein mega heißer Fön die Luft ins Gesicht blasen. Hammer! Aber der Anblick, das Sternenzelt in der Wüste, der Stern des Südens, hm, Freudscher Verschreiber, das Kreuz des Südens haben für alles entschädigt. Aber bei diesen Temperaturen eine dreistündige Kraterwanderung mit heftigen Steigungen absolvieren ist nochmals eine andere Hausnummer.
Dreistündige Kraterwanderung, nicht ohne meine Frio Kühltasche!
Ich hatte mir ja im Vorfeld eine extra Pumpen Frio Kühltasche gekauft und wollte ganz auf Nummer sicher gehen und habe diese deshalb am Vorabend nochmals zum Auffrischen ins Wasser gelegt.
Meine nicht ganz schlanke Accu Chek Spirit Combo, ich war sehr dankbar für meine Schweizer Präzisionsinstrument, echt robust und haltbar unter all diesen Belastungen, wollte nun aber partout nicht mehr in das vollgesogene Frio Pumpentäschchen gezwängt werden. Ich hätte die Pumpe an sich zwar irgendwie da reingewürgt bekommen, aber ich musste ja auch noch das mit Insulin gefüllten Infusionsset vor der Denaturierung schützen.
Wenn Plan A nicht funktioniert, das Alphabet hat 26 weitere Buchstaben, habe ich in meiner Coaching Ausbildung gelernt, also, eine große Friotasche genommen, da rein die Pumpe inklusive dem Infusionsset gepackt. Das Ganze habe ich dann in meinen Nathan Laufgurt gesteckt, diesen so um den Bauch drapiert, dass die Frio Kühltasche mit Infusionsset genau über der Katheternadel lag, dass alles am hinteren Rücken. Darüber noch einen Rucksack gepackt, den brauchten wir, um die Mindestmenge von 3 Litern Wasser für die 3 Stunden zu transportieren, so dass der Rucksack etwas Schatten gespendet hat und damit ging es rauf auf den Kings Canyon.
Es hat funktioniert, weder wir noch das Insulin haben einen Sonnenstich bekommen, unsere Haut hatten wir, um nicht zu verbrutzeln, unter langer Kleidung verborgen, macht es zwar nicht kühler, reduziert aber das Risiko für Verbrennungen. Wir haben gesoffen wie die Kamele, also vor und bei der Wanderung 4-5 Liter, mussten aber nicht einmal aufs Klo, und die Aussicht hat, wie schon am Abend zuvor, für alles entschädigt.
Es war ein wundervoller Urlaub, mit ganz vielen einzigartigen Erlebnissen, unvergesslichen Eindrücken, die glücklicherweise Dank der guten Vorbereitung und Planung nicht durch irgendein Diabetes Problem getrübt wurden. Es zeigt mal wieder, auch mit einem Typ 1 Diabetes kann man alles erreichen!
Ich durfte die Insulinpumpe mylife YpsoPump testen. Für mich war es erstmals wieder ungewohnt mit Schlauch unterwegs zu sein, denn seit nunmehr 7 Jahren nutze ich eine schlauchlose Insulinpumpe (auch Patch-Pumpe genannt). Nun musste ich etwa beim Duschen wieder dran denken, dass da ja noch ne Pumpe an mir baumelt, die ich abkoppeln oder irgendwo ablegen muss. Mit der Patch-Pumpe konnte ich ja einfach so unter die Dusche springen.
Springen… gutes Thema: Beim Jumping Fitness stellte sich mir ersteinmal die Frage, wohin mit meinem kleinen neuen Freund? Meine Sporthosen haben in der Regel keine Taschen. So habe ich die YpsoPump zunächst in einen Bauchgurt befördert. Letztendlich hat sich für mich nun aber ein SportsBra mit Tasche als beste Lösung herausgestellt. Wie dem auch sei: Mann oder Frau findet Wege 😉 und gewöhnt sich an Neues. Trotz Umgewöhnung konnte mich die YpsoPump auch nach 7 Jahren Patch-Pumpe beim Test in vielen Punkten überzeugen. Warum? Nun, dafür gab es mehrere Gründe.
Was ist das Besondere am Insulinpumpen-System mylife YpsoPump? Klein aber oho?!?
Die kleine, leichte Insulinpumpe ist wohl bisher die stylischste unter allen in Deutschland erhältlichen Insulinpumpen und zieht damit erstmal die Aufmerksamkeit auf sich. Sie bietet alle wesentlichen und wichtigen Funktionen für eine sichere Insulinpumpentherapie. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Flinke
Praktisch fand ich vor allem die Möglichkeit, vorgefüllte Insulinpatronen für den schnellen Patronenwechsel (160 I.E.) nutzen zu können. Aber auch die mylife YpsoPump Reservoire (aus Glas, nicht Plastik!) lassen sich schnell und einfach befüllen. Im oft viel zu stressigen Alltag ist es mir wichtig, dass es schnell geht. Und schnell ist sie auch in Sachen Bolus-Abgabe. Ich war erstaunt, wie schnell der Bolus im Vergleich zu meinen bisher getesteten Insulinpumpen durchsauste… Halleluja ;)!
Via Touchscreen lässt sich das sehr übersichtliche Menü bedienen, fix erreiche ich alle wichtigen Funktionen, etwa Bolusabgabe (auch Blindbolus möglich) oder Erhöhen und Absenken der Basalrate, etc. pp . Die Bildsymbole sind fast alle selbstzerklärend. Gewohnt bin ich da bisher eher schwergängige Tasten und deutlich mehr investierte Zeit zum Erreichen wichtiger Funktionen.
Klein aber oho! Sie kann mehr als erwartet!
Ich habe alle Funktionen ausgiebig getestet und war erstaunt, dass die YpsoPump doch mehr zu bieten hat, als ich eigentlich erwartet hätte. Beispielsweise ist es möglich, einen normalen Bolus oder Blindbolus abzugeben, während noch ein verzögerter oder kombinierter Bolus abgegeben wird (Stacked Bolus). Weiterhin kann etwa die Basalrate bis zu 24 Stunden (bis zu 200 Prozent) erhöht und abgesenkt werden. Für den Sport oder im Krankheitsfall durchaus sinnvoll! Die YposPump erinnert durch Vibration daran, dass momentan eine temporäre Basalrate eingeschaltet ist. Sie nervt aber nicht wie andere Insulinpumpen durch lautes Piepen und Vibrieren bei weniger wichtigen auftretenden Ereignissen.
YpsoPump besonders für Kinder geeignet
Die minimal einstellbare Basalrate: 0,02 I.E macht sie, wie auch die Tastensperrfunktion von relevanten Therapiefunktionen, auch für Kinder mit Diabetes besonders attraktiv. In der mylife App können verschiedene Benutzerprofile angelegt und verwaltet werden. So können Eltern jederzeit und überall die aktuellen Therapiedaten ihrer Kinder einsehen.
Die mylife™ App
Mit der kostenfreien mylife™ App (für iOS und Android erhältlich) lassen sich die Daten aus der mylife YpsoPump via Bluetooth auslesen.
Die App stellt zudem einen Bolusrechner zur Verfügung, der unter Berücksichtigung folgender individueller Einstellungen und auf Basis aktueller Blutzucker- und Insulinpumpendaten Korrektur- und Mahlzeiten-Bolus berechnet. Dabei können für die BZ-Zielwerte, die Korrekturfaktoren und das Kohlenhydrat-Insulin-Verhältnis Zeitsegmente festgelegt werden. Auf diese Weise kann ein unterschiedlich hoher Insulinbedarf im Laufe des Tages berücksichtigt werden.
Er zeigt zudem das aktive Insulin (IoB = Insulin on Board) an. Ich finde die App übersichtlich gestaltet und besonders den Bolusrechner sehr praktisch.
Ergänzend gibt es auch eine mylife Cloud. In dieser können die Therapiedaten der verschiedenen Systemkomponenten (mylife™ App , mylife ™ Software und mylife ™ YpsoPump) gespeichert und verwaltet werden. Es kann von verschiedenen Endgeräten darauf zugegriffen werden. Die YpsoPump lässt sich mit insgesamt fünf Bluetooth-fähigen Geräten zu verbinden.
Was sollte noch optimiert werden?
Keine Insulinpumpe ist perfekt! Wünschenswert wäre ganz klar, dass die mylife YpsoPump künftig auch mit CGM-Systemen kommunizieren und fernbedient werden kann, der Trend geht ja in diese Richtung. Leider ist die Kommunikation via Bluetooth bisher nur in eine Richtung (von der Pumpe zur App) möglich.
Noch in diesem Quartal wird von Ypsomed aber das mylife Unio Neva Blutzuckermessgerät als neue Systemkomponente verfügbar sein. Die Messdaten können problemlos und automatisch über Bluetooth® an die mylife™ App (iOS/Android)übertragen werden. Im Gegenzug können die Einstellungen des Blutzuckermessgeräts ganz einfach in der mylife™ App vorgenommen werden. Weiterhin konnte ich aus Gesprächen mit ypsomed auch das Wort CGM-System vernehmen ;). Lass wir uns überraschen, wie und was da noch kommt!
Schön wäre es auch, wenn mylife brauchbare Taschensysteme anbieten würde. Die Insulinpumpe ist mir im Alltag doch das ein oder ander Mal aus der Hand oder aus der Tasche gerutscht. Die mylife Silikon-Hülle sorgt zwar dafür, dass die Insulinpumpe besser in der Hand liegt und nicht so schnell aus der Hand oder Tasche rutscht, aber bietet keine Befestigungsmöglichkeit. Der mylife Bra Clip hat bei mir bei Extrembelastung wie Jumping Fitness leider überhaupt nicht gehalten.
Ein Klicksystem für den Hosenbund etwa wäre sinnvoll. Diesbezüglich hat mir Yposmed aber verraten, dass im März ein 360° Clip auf den Markt kommt ;-). Besserung ist also in Sicht. Ich habe Hilfe aus der Community bekommen, einen SportsBra und einen Bauchgurt von mellitus One, den ich im Sport, aber auch im Alltag gerne nutze.
Das ist erstaunlich!
Schon länger und das ist mir bereits damals nach dem Wechsel von „mit Schlauch“ auf „schlauchlos“ aufgefallen, habe ich mit meiner Patch-Pumpe einen vergleichsweise „relativ“ hohen Insulin-Tagesbedarf. Damals mit der Schlauchpumpe war dieser geringer, das hatte ich sofort nach dem Wechsel gemerkt. Nun konnte ich auch diesmal erneut feststellen, dass mein Insulin-Tagesbedarf mit der Schlauchpumpe wieder gesunken ist.
Die YpsoPump gibt mir ein sichereres Gefühl, als bisher getestete Patch-Pumpen, weil ich eben sehe, dass das Insulin durch den Schlauch in den Körper läuft. Luftblasen sind schnell erkennbar.
Fazit
Die mylife YpsoPump ist klein aber oho! Sie kann mehr als erwartet und hat sich als treuer, verlässlicher Begleiter im Alltag und beim Sport bewiesen. Sie ist diskret, schick, lässt sich schnell und einfach bedienen und ist insbesondere auch für Kinder und Menschen, die es unkompliziert mögen, sehr geeignet. Bleibt nun noch zu hoffen, dass die mylife YpsoPump künftig auch mit CGM-Systemen kommunizieren kann, dann wäre sie sicherlich für viele Diabetiker die Insulinpumpe erster Wahl.
* Hinweis: Die YpsoPump wurde mir von Ypsomed im Rahmen meiner Tätigkeit bei DIASHOP unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dies hindert mich nicht daran, meine freie und ehrliche Meinung zu äußern. Alle Meinungsäußerungen sind meine eigenen und repräsentieren nicht notwendigerweise die Meinung von DIASHOP oder Ypsomed.
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